Die aus Harmonie hervorgehende Schönheit ist ein Anliegen abendländischer Künste und zentrales Element von Architektur und Musik. Beide Gattungen sind mehr oder minder gut lesbare Abbilder von Konzepten, die harmonischen Gesetzmässigkeiten oder disharmonischen Brüchen derselben folgen. Zahl, Mass und Proportion bilden hier die Grundlage für eine ästhetische Vollkommenheit.
Nicht zuletzt ist es das spannungsvolle Gegenüber der Raumkunst Architektur zur Zeitkunst Musik. Während ein Raum immer in seiner Gesamtheit auf den Betrachter wirkt, benötigt die Musik das Zeitquantum ihres Vortrags, um ihre Wirkung zu erzielen. Gerade hier entwickelt Moment Monument seine Qualität, indem nämlich beide Künste ineinander verschränkt werden. Das Raumerlebnis wird um die Komponente Zeit ergänzt, Architektur und Musik verschmelzen zu einem Gebilde in vier Dimensionen.
„Der Vorgang des Denkens ist nicht abstrakt, sondern arbeitet mit räumlichen Bildern. Er hat eine sinnliche Komponente. Er bedient sich der Bilder von Orten und Räumen, über die wir verfügen, die wir erinnern.
Der Vorrat an persönlichen und kollektiven Erfahrungen des Wohnens, die Erfahrungen des Sichaufhaltens an Orten und in Räumen, die wir in unseren Körpern gespeichert haben, betrachte ich als Nährboden und Ausgangspunkt meiner Arbeit.“
Peter Zumthor
