DAS ENSEMBLE Ö! FÜR ZEITGENÖSSISCHE MUSIK WURDE 2001 VOM KÜNSTLERISCHEN LEITER DAVID SONTÒN CAFLISCH GEGRÜNDET. Ö! WIDMET SICH HAUPTSÄCHLICH DER SOLOLITERATUR UND DER KAMMERMUSIK VON 1900 BIS ZUR GEGENWART, WOBEI ABER AUCH IMMER WIEDER ÄLTERE MUSIK IN DIE THEMATISCH GESTALTETEN PROGRAMME EINFLIESST.

 

In seiner Churer Konzertreihe ö! beleuchtet das Ensemble in jeder Saison ein spezielles Gebiet aus verschiedensten Perspektiven. Die Integrierung anderer Disziplinen wie Literatur, Bildhauerei, Architektur oder Mathematik ist Teil der Programmierung.


Mit Moment Monument präsentiert ö! nun eine Reihe mit neun Konzerten in speziell ausgewählten architektonischen Juwelen Graubündens. Solange die Musik darin klingen wird, entstehen in diesen Monumenten für den Zuhörer einmalige Momente.

David Sontòn Caflisch

GEIGER UND KOMPONIST

 

* 1974 in Basel. Wuchs in Graubünden auf. Nach dem Lehr- und Konzertdiplom (1997/98) für Violine bei Michael Gebauer in Zürich (beide mit Auszeichnung) setzte er das Violinstudium bei Ingolf Turban in Stuttgart und bei Hansheinz Schneeberger in Basel fort. Bei letzterem spezialisierte er sich auf die Interpretation zeitgenössischer Musik. In Chur gründete er 1992 das Kammerensemble musicuria, dessen Arbeit seit 2002 mit dem Ensemble ö! für zeitgenössische Musik fortgesetzt wurde und unter seiner künstlerischen Leitung weitergeführt wird.

 

Von 2004 bis 2008 studierte er Komposition bei Isabel Mundry an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich, mit einem Zwischensemester bei Frédéric Durieux in Paris.

 

Als Interpret, hauptsächlich für zeitgenössische Musik, hat er bereits zahlreiche Werke uraufgeführt, als Solist und Kammermusiker mit dem collegium novum zürich, dem Ensembles ö!, dem Ensembles Paul Klee und dem Ensembles der IGNM Luzern. 1998 erhielt er einen Förderungspreis des Kantons Graubünden, 2002 den Hauptpreis des Eliette-von-Karajan-Kulturfonds und 2009 den Annerkennungspreis der Stadt Chur. Von 2000 bis 2008 war er Hauskomponist des Hotels Therme in Vals.

Für seine kompositorische Tätigkeit lässt er sich vor allem von der Architektur und der Mathematik inspirieren, da für ihn das Komponieren nichts anderes ist als eine Einteilung des Ganzen, so wie ein Architekt Raum einteilt, so tut dies ein Komponist mit der Zeit, und dies mithilfe der Architektur.

 

Seit Januar 2009 werden seine Werke beim Musikverlag sonus mundi in München verlegt.

 

 

Men Duri Arquint

ARCHITEKT

 

Men Duri Arquint studierte bis 2004 Architektur an der Accademia di Architettura di Mendrisio, wo er sein Diplom bei Prof. Kenneth Frampton (Columbia University NYC) erlangte. Seit 2005 ist er als selbstständiger Architekt tätig und unterhält ein Büro in Chur und Ardez. Zurzeit realisiert er einen Neubau für die Galerie Tschudi in Zuoz, eine Villa in Arosa und einige Renovationen und Erweiterungen von historischen Bauten im Engadin sowie die Quartierplanung Clozza in Scuol. Neben der klassisch architektonischen Tätigkeit realisiert er Licht- und Rauminstallationen für Konzertreihe ‚Moment Monument’ mit dem Ensemble Ö und ein Landartprojekt für das UNO-Waldjahr zusammen mit dem bildenden Künstler Mirko Baselgia. 2007 schuf er das Bühnenbild zur Uraufführung der Oper Die Hellen Nächte. Zu seinen bisher wichtigsten architektonischen Entwürfen zählen das Hugo Boss Headquarter Switzerland, der Quartierplan Chöntschet in Zuoz, das Hallenbad mit Ballettsaal für die Villa Castell di Davesco, die Siedlung Berglirain in Glarus sowie eine private Bibliothek in Ardez. Men Duri Arquint war als Entwurfsassistent und Tutor für Prof. Quintus Miller an der ETH Zürich, der Accademia di Architettura und der IUAV in Venedig tätig. 2009 war er Gastdozent an der HTW Chur und ist regelmässig Gastkritiker an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland. Men Duri Arquint ist Mitglied der Baukomission Nairs

 

 

Klara Schilliger & Valerian Maly

PERFORMER

 

Klara Schilliger (* 1953) und Valerian Maly (* 1959) arbeiten seit 1984 gemeinsam in den Bereichen Performance Art und Installation. Für einige spezifische Werke ( meist mit direktem Einbezug des Publikums ) verwenden sie neuerdings den Begriff der „ Install Action “. Die intermediären Installationen und Performances sind oft – nicht ausschliesslich – ortsbezogene Interventionen, denen projektbezogene Recherchen vorausgehen. Klara Schilliger und Valerian Maly bewegen sich selbstverständlich zwischen den verschiedenen Genres der Künste, ohne aber vermeintlich verlockender multimedialer Überfrachtung zu verfallen:

„Es gilt einen Standort zu finden inmitten der Turbulenzen der Werte, aus denen Kunst entspringt.“ ( Harold Rosenberg, The Tradition of the New, 1960 )

 

2009 Preis der Kunstkommission der Stadt Bern

1995 Werkjahr - Stipendium Stadt und Kanton Luzern

 

 

Cäcilia Schüeli

PIANISTIN

 

Geboren 1972, 1992-1996 Klavierstudien bei Peter Baur und Shari Rhoads in Luzern (Lehrdiplom) und 1998-2001 bei Edward Rushton und Jack Keany in Glasgow (Konzertdiplom und Diplom der Korrepetition). Sie ist seit 1999 Mitglied des Ensembles ö! und der Churer Konzertreihe ö!. Neben reger Konzerttätigkeit als Solistin, Kammermusikerin und Liedbegleiterin unterrichtet sie an der Musikschule in Horb. Sie ist Trägerin mehrerer Preise und Stipendien.

Ausserdem ist sie Leadsängerin der Deathmetal-band Azeotrop.

 

 

Manfred Spitaler

KLARINETTIST

 

Erste Gesangsimprovisation mit 0 in Südtirol (I). Erste Klarinettentöne mit 11, erste Traktorfahrt mit 12, erster Klavierunterricht mit 13. In jungen Jahren Tätigkeit als Elektriker, Weinbauer und Rettungshelfer.

Des Weiteren Matura in Bozen (I), Studium der Klarinette ebendort. Später bei Fabio Di Càsola in Winterthur und Studium der Bassklarinette bei Ernesto Molinari in Bern. Erster 6000er mit 31.

Seit 2007 Mitglied des ensemble für neue musik zürich. 2008 Gründung von freiflug (Duo Cello/Klarinette). Ausserdem herzhaft unterwegs als Klarinettist in allen Tonlagen bei zahlreichen Ensembles, Orchestern und freien Produktionen.

www.manfredspitaler.com

Riccarda Caflisch

FLÖTISTIN

 

Riccarda Caflisch R. tritt während der Gymnasialzeit 1988 als Jungstudentin in die Hochschule für Musik in Zürich ein. Nach der Maturitätsprüfung nimmt sie das Studium in Bern bei Christian Studler auf. Im Rahmen dieser Ausbildung belegt sie eine Praktikumsstelle im Sinfonieorchester Bern; bereits während der Studienzeit tritt sie als Solistin mit nahmhaften Orchestern auf (Sinfonieorchester Bern, Camerata Zürich, Neues Zürcher Kammerorchester ,Malikian- Ensemble in Spanien). Die Grundausbildung wird vertieft durch Meisterkurse bei A. Nicolet und Oskar Peter Flöte,Siegfried Palm und Bruno Canino Kammermusik. 1997 tritt Riccarda Caflisch in die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien ein und studiert in der Klasse von Wolfgang Schulz.
Wertvolle Kontakte zu Komponisten derjungen Generation werden hier geknüpft und so auch der Wunsch nach Intensivierung derzeitgenössischen Spieltechnik, was ein Weiterstudium bei Philippe Racine in Zürich zur Folgehat. Hier erlangt R. Caflisch das Solistendiplom mit Auszeichnung.R. Caflisch hat zahlreiche Werke uraufgeführt (u.a.R. Wohlhauser, D. Sontòn, A. Sijaric, Komponistengruppe Gegenklang) und ist festes Mitglied des Ensembles ö! Als freischaffende Musikerin wirkt sie regelmässig inverschiedenen Ensembles mit, wie Klangforum Wien, collegium novum Zürich oder freienkammermusikformationen mit. Rege Konzerttätigkeit führen sie ins In- und Ausland.R. Caflisch ist Preisträgerin u.a. vom 1. Preis im Schweizer Jugendmusikwettbewerb, 1. PreisHegar Wettbewerb, Karajan-Förderungspreis, Anerkennungspreis des Kantons Graubünden.

 

 

Andri Probst

SOUNDDESIGNER UND PROJEKTLEITER

 

* 1975. Wuchs in Chur auf und bildete sich zunächst zum Primarlehrer aus. Mit 21 Jahren begann er das Violinstudium bei S. Mirkovic in Zürich und schloss 2001 mit dem Lehrdiplom ab. Anschliessend studierte er an der Hochschule der Künste Bern (HKB) den Studiengang „Musik und Medienkunst“.

Nach mehrjähriger Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik komponiert und interpretiert Andri Probst Musik für Ensemble, Film und Theater. Elektronische Musik und deren Aufführungssituation sind Teil seiner kompositorischen und interpretatorischen Arbeiten. Der Schwierigkeit von haptischer Steuerung elektronischer Musik durch Interfaces bewusst, behandelt Andri Probst elektronische Musik wie Instrumente und integriert „klassische“ Formen und Gattungen in seine Kompositionen.

Er arbeitete u.a. Urs Odermatt, Peter Braschler, David Sontòn Caflisch, Anna Spina, Manfred Ferrari, Roman Vital, Stefan Jäger, Schweizer Radio DRS, Schweizer Fernsehen zusammen.

Aufführungen am Lucerne Festival 2010, Festival Culturescapes, Internationales Treffen der elektronischen Hochschulstudios „next_generation“ im ZKM, Karlsruhe 2006 und 2007.

 

 

Pilar Fontalba

OBOISTIN

 

Sie wurde 1976 in Madrid geboren, erhielt ihre musikalische Grundausbildung am Konservatorium ihrer Heimatstadt. Mit 21 Jahren erreichte sie den Título de Profesora Superior de Oboe (Musikhochschullehrerin) mit dem Premio de Honor. Anschliessend studierte sie bei Thomas Indermühle an der Musikhochschule Zürich, wo sie 2002 das Konzertdiplom (mit Auszeichnung) und 2003 das Solistendiplom erwarb. Ausserdem arbeitete sie mit Vinko Globokar (in Berlin) und Christian Schmitt, bei dem sie mit dem französischen Diplôme de Concert abschloss (premier prix à l'unanimité). Pilar Fontalba war Mitglied des Sinfonieorchester Basel. Als Solo-Oboistin spielte sie einige Jahre in Orchestern in Spanien, Deutschland und der Schweiz. Zurzeit ist sie erste Oboistin in Orquesta Pablo Sarasate, Pamplona (Spanien). Sie ist regelmässig als Solistin tätig, u.a. im Davoser Festival und  Lucerne Festival oder mit zahlreichen Orchestern im In- und Ausland und machte Aufnahmen für Radio, Fernsehen, Kino und CD. Pilar Fontalba wurde 2003 mit dem Hegar Preis (Zürich) ausgezeichnet.
Professorin an der Hochschule für Musik Mallorca, Solooboistin im Symphonieorchester Madrid sowie Mitglied des Ensembles intercontemorain Paris.

 

 

Daniel Sailer

KONTRABASSIST

 

Geboren 1971, bis 1996 Kontrabassstudien bei Yoan Goilaf und Ovidio Badila in Basel (Lehr- und Konzertdiplom) sowie 1997-1998 bei Wolfgang Güttler in Karlsruhe. Er ist seit 1996 Mitglied des Kammerensembles musicuria sowie Mitglied der Churer Konzertreihe ö!, wo er solistisch und in kammermusikalischen Besetzungen auftritt. Neben der Tätigkeit im Improvisationstrio Krakatau tritt er in verschiedenen Ensembles für Neue Musik in der Schweiz und im Ausland auf.